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In letzter Zeit hatte ich immer weniger Lust, zu schreiben. Anfangs schrieb ich das dem Fakt zu, dass ich freizeittechnisch gerade mehr zu tun habe. Dies und das, man kennt das ja. Aber als ich mehr und mehr darüber nachgedacht habe, habe ich gemerkt, dass es um viel mehr geht, und das andere prinzipiell immer vorgeschobene Rechtfertigungen sind.

Im August blogge ich schon ganze zehn Jahre. Man muss sich wirklich mal überlegen, wie lange das ist – zumindest für meine Verhältnisse. Zehn Jahre, das ist mehr als ein Drittel meines Lebens.

Vor drei Jahren schloss ich mein altes Blog mit der Hoffnung, dass ich auf einer neuen Plattform – hier – auch neu anfangen kann: Ich schreibe über viele Dinge, die mich und meinen Alltag betreffen, die ich tue, die mich begleiten. Es gibt aber eigentlich viel mehr, über das ich schreiben möchte, das ich der Welt vorenthalte, aus verschiedenen Gründen, die auch lediglich aus Rechtfertigungen bestehen.

Manchmal bleibt man ein bisschen stehen, und ich meine nicht privat, sondern blogtechnisch. Und in zehn Jahren, da ist das durchaus mal okay. Ich habe gemerkt, dass ich hier immer wieder an das Alte anknüpfen will, ich aber im Kopf schon viel weiter bin, und das somit gar nicht funktionieren kann, weil viel zu wenig von mir selbst drinsteckt.

Das mit dem Neuen, das ist mir alles tatsächlich nicht gut genug gelungen; es war eher eine Art Hybrid. Ein bisschen was von dem, aber das andere, das wollte ich auch nicht gehen lassen. Deswegen soll es sich beim nächsten Mal auch wirklich richtig anfühlen.

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Mein neues iPhone 5s

Neulich dachte ich mir, ich gönne mir mal wieder was total Materialistisches, weil ich so unglaublich viel Geld auf der hohen Kante habe, ahahaha. Also habe ich mir das neue iPhone 5S bestellt. Natürlich gleich das größte, weil es auf ‘nen Hunni mehr auch nicht mehr ankommt.

Das Aktivieren entpuppte sich als etwas tückisch, denn die Batterie meines MacBooks ist just in dem Moment fast explodiert, so dass ich mich nicht traute, damit ein Backup zu machen. Glücklicherweise hatte ich eine Ersatzbatterie für mein altes MacBook da (wer hat nicht immer eins in petto?), baute diese ein, nur um festzustellen, dass das iPhone zu neu für mein altes iTunes war. Kein Thema, lade ich mir eben das neue iTunes, nur leider war das neue iTunes zu neu für meinen alten Rechner. Scheißegal, aktiviere ich das iPhone also einfach erst mal so, bis ich merkte, dass ich eine Nano-SIM brauchte. Immerhin habe ich das hinbekommen, bisschen an der Mini-SIM rumgeschnibbelt und es hat gepasst. Danke @marinamaedchen.

Ich bin natürlich ganz verliebt, vor allem in die Slow-Motion-Videos, den super Fingerabdruck-Entsperrer, die bessere Fotoqualität, die geilen Kopfhörer und die achtundzwanzig Gramm weniger als beim 4S, was sich erst mal nicht nach viel anhört, man aber deutlich spürt.
Die ersten paar Stunden verbrachte ich tatsächlich damit, mein iPhone dauernd mit Fingerabdruck zu entsperren, um dann möglichst vielen anderen damit auf den Sack zu gehen, wie großartig das alles ist.

Jedenfalls bin ich sehr glücklich damit und alles ist wunderbar – heute kann ich die Drogen weglassen, denn ich bin voller Serotonin!

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Bella und ich

Am Wochenende war ich in der Heimat und habe die Chance ergriffen, dass jemand eine bessere Kamera hat als ich (iPhone, hust). Deshalb sind wir ein bisschen raus, um ein paar Fotos zu machen – was übrigens gar nicht so einfach ist, wenn der Hund agiler ist als man selbst.

(Und ja, ich weiß, sich Dinge um die Hüfte zu binden ist voll Neunziger – aber man muss zugeben, dass die Jacke total toll zu meinen Haaren passt. #nofilter)

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Neulich hatte ich nach vier Monaten mal wieder eine Motorradfahrstunde, Frühling sei Dank. Ich war ganz hibbelig, weil ich vermutete, dass ich beim Fahren einfach irgendwann umfallen würde, idealerweise irgendwo in einen Haufen Glasscherben, die immer wieder mal aufm Wasen-Gelände herumlagen, weil sich ‘n paar Menschen manchmal einfach mal nicht im Griff haben.
Jürgen* begrüßte mich mit “Na Pumuckl!”, haut mir auf den Rücken, so dass mir fast mein Mittagessen von vor drei Stunden hochkommt. “Wie goht’s?” “Alles super, wenn Du mir nicht gleich den Magen aus meinem Abdomen rausprügelst.” “Scheiße. Han vergessa, dass Du so kloi und zierlisch bisch.”

Als wir auf dem Weg in den Keller zu den Motorradstellplätzen waren, frag ich ihn, wie’s so läuft, obwohl ich die Antwort prinzipiell schon wusste: denn es gibt immer einen Grund, sich zu beschweren. “Voll dr Scheiß hier. Hen se dr Robert kündigt, war ganz alloi mit dem Heinz, woisch. Als hätt i net scho gnuag zum doa.” Dafür hat er sich nun bei Audi beworben, als Testfahrer. Jürgen fuhr vor seiner Fahrlehrerkarriere nämlich mal Rennen, und eigentlich hätte er das auch weiter gerne gemacht. “Aber woisch, zu gfährlich, mei Frau wär mr aufs Dach gschdiega.” Hätte er sie nicht mit einem anderen im Bett erwischt, wäre er heute vielleicht reich und berühmt.

Ich schmiss mir meine Motorradklamotten über, die mir immer noch nicht wie angegossen passen. In diesen Momenten kann ich mir immer aussuchen, ob ich a) die Hose über die Hüfte ziehe und mit Hochwasserhose auf dem Zweirad sitze oder b) oben halb zu mache, damit es wenigstens einigermaßen anständig aussieht. Meistens nehme ich die sichere Variante, weil ich unglaublich weise bin und überhaupt nicht eitel. “I glaub, I be zu fett gworra für meine Klamodda”, stellt Jürgen derweil fest. “Abr eigentlich bin i net fett gworra, die Klamotta sind oifach nur gschrompft.”

Als wir Richtung Wasen fahren, sehen wir, wie die Fahrgeschäfte wieder aufgebaut werden. “Isch des bleede Fescht scho wieder. Roicht doch wenn mr sich oimal durchsauft und dann isch’s gut.” Auf dem Wasengelände trifft er einen anderen Fahrlehrer; sie beleidigen sich gegenseitig und überbieten sich mit Arbeitszeiten, dann gibt er mir das Funkdings, mit dem er mir laut ins Ohr brüllen kann. “So, und jetzt fährsch di erscht mal warm, gell.”

Tatsächlich schaffe ich es, anzufahren ohne abzuwürgen, hab mich total stolz und überlegen gefühlt. Allerdings habe ich das Hochschalten die ganzen Zeit mit dem Herunterschalten verwechselt, weshalb mir Jürgens in Ohr brüllt: “SCHALDA! Des hert sich ja o wie schlechdr Sex, Menschenskind!” Ich fühlte mich nicht mehr stolz und überlegen.
Nachdem ich zwei Stunden lang herumgecruist bin, sammelt Jürgen die Hütchen auf und fragt eine junge Mutter mit Kind, was denn hier los ist, weil ständig Autos auf dem Wasen-Gelände parken. “Konzert von Adel Tawil in der Porsche-Arena”, meint sie beim Vorbeigehen. “Adel wer?”, er guckt mich fragend an, während er die Hütchen in die Tanktasche stopft, um die ich heute leider noch nicht so präzise gefahren bin. “Adel Tawil”, sage ich. “Sänger bei Ich + Ich.” “Kenn i et, ko ja nix Gscheits sei.” Ich hätte es nicht besser ausdrücken können – schlimmer ist eigentlich nur Xavier Naidoo.

Beim Zurückfahren in die Stadt legt er sich mit einem CLA 45 AMG an (das habe ich mir gemerkt, das musste ich jetzt so mal festhalten), dreht ordentlich am Gas, während er neben ihm an der Ampel steht. “Jonger Soicher”, schimpft er, und legt einen Kickstart hin. Allerdings fiel ihm dabei wohl ein, dass ich mit drauf sitze und drosselte seine Geschwindigkeit immerhin auf sechzig durch den Wagenburgtunnel. Am Österreichischen Platz fährt er über eine durchgezogene Linie. “Des hosch jetzt abr net gsäha, gell. Des macht mr eigendlich edda.”

Nachdem wir in der Fahrschule ankamen und uns wieder in zivil geschmissen haben, definieren wir ein paar Termine, damit ich wieder reinkomme und möglichst bald selber auf der Straße fahren kann. Ich glaube, dafür brauche ich noch eine Weile, aber ich habe ja jemanden, der an mich glaubt. “Des krieg mr scho no”, sagt Jürgen und steigt in sein Fahrschulauto, um nach Hause zu fahren. “Bisch ja a Gscheitle. Also, gell, tschüssle und mach’s gut!”

Ich verabschiede mich, und strebe am Ghetto Netto vorbei gen Rotebühlplatz, um nach Hause zu fahren. Noch nicht wissend, dass mir der Hund heute die halbe Hand abbeißen würde. Hauptsache erst mal nicht vom Motorrad gefallen.

* Manchmal sage ich ich zu Jürgen tatsächlich Jürgen, obwohl er nicht so heißt, kann schön verwirrend, dieses anonyme Bloggen.

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Achtung: Spoilergefahr! Nachfolgende Staffelbeschreibung kann Hinweise auf die vorherige/n Staffel/n enthalten. Ansonsten findet man alle bisher bewerteten Serien hier. (Wächst stetig.)

LOST, Staffel 3: ✯✯✯✯✯✫
Genre: Mystery/Drama/Abenteuer.

Die dritte Staffel findet überwiegend an zwei Stellen statt: im Lager der Anderen, wo Jack, Sayer und Kate gefangen gehalten werden und in näheren Kontakt mit den Anderen kommen – und bei Sayid, Jin und Sun, die ebendiese retten wollen. Näher beleuchtet wird auch die Rolle des Benjamin Linus, der an verschiedenen Stellen versucht, die Leute auf der Insel gegeneinander auszuspielen. Auch Juliette, eine der Anderen, spielt eine größere Rolle. Ist sie Freundin oder Feindin? Und wer ist überhaupt Jacob, von dem alle reden? Das erste Mal in der Serie gibt es einen offensichtlichen Weg, alle von der Insel zu schaffen.

Es bleibt dramatisch auf der Insel: nachdem die Schwan-Station zerstört wurde, löst dies eine neue Kette von Ereignissen aus. Die Geschichten bestehender und neuer Charaktere werden gezeigt und wie sie einander beeinflussen. Ich glaube, das war eine der ersten Staffeln, wo ich mir dachte: über zwanzig Folgen sind einfach zu viel, es zieht sieht etwas. Trotzdem einfach gerne geschaut.

Kurz gesagt: Dran bleiben, es bleibt spannend.

House of Cards, Staffel 1: ✯✯✯✯✯✯
Genre: Politthriller/Drama.

Frank Underwood ist Kongressabgeordneter der Demokratischen Partei im Weißen Haus. Als nicht er, sondern ein Dritter den Posten des Außenministers bekommt, der ihm eigentlich versprochen war, vergrößert er mit Geschick und skrupellosen Methoden seinen politischen Einfluss, um noch Größeres zu erreichen – unterstützt wird er von seiner Ehefrau Claire, die ebenfalls nicht vor unmoralischen Methoden zurückschreckt.

House of Cards habe ich ehrlich gesagt nur gekauft, weil Kevin Spacey mitwirkt, und ich Kevin Spacey liebe. (Politische Serien törnen mich in der Regel nämlich nicht wirklich an.) Es hat sich herausgestellt, dass es sich rentiert hat – und wenn man sich mal daran gewöhnt, dass Spacey immer wieder direkt in die Kamera sabbelt, geht alles andere klar. Überhaupt ist das die erste Serie, wo mir keiner megamächtig auf die Nüsse geht, was wirklich selten ist.
Besonders mag ich die berechnende Beziehung zwischen Frank und Claire Underwood. Die beiden sind so ekelhaft verlogen und nach außen hin so perfekt, dass man immer wieder kotzen will. So richtig interessant wird die Kombination allerdings erst mit der Reporterin Zoe Barnes, über die Underwood mit Hilfe der Medien einiges zu seinen Gunsten lenken kann.

Kurz gesagt: Polarisierende Charaktere, spannende Geschichte, traurige Schicksale.

Homeland, Staffel 1: ✯✯✯✯✯✯
Genre: Politthriller/Drama.

Adrien Brody war acht Jahre lang im Irak in Kriegsgefangenschaft und kehrt als Held in die USA zurück. Die CIA-Agentin Carrie Mathison hat zuvor die Information erhalten, dass es Terroristen gelungen sei, einen amerikanischen Kriegshelden umzudrehen, weshalb sie nun vermutet, dass Brody ein Schläfer al-Qaidas ist. Sie verlässt sich auf ihre Intuition, um herauszufinden, ob sich ihre These tatsächlich bestätigt, und setzte nicht nur ihren Job und ihren Ruf aufs Spiel.

Jeder, der Homeland gesehen hat, erzählte mir, wie toll diese Serie ist, deswegen bin ich monatelang immer um die Serie herumgeschlichen und hab sie eigentlich nur mitgenommen, weil die zweite Dexter-Staffel nicht mehr vorrätig war. (So, das ist die ganze, dreckige und ungeschönte Wahrheit.) Die andere Wahrheit ist aber: sie ist toll. Sie ist spannend. Und ich war quasi sofort süchtig. Und ja, man will Carrie immer wieder voll in die Fresse hauen, aber hey, sie ist manisch-depressiv, das entschuldigt alles! Die Lösung des Ganzen zieht sich bis in die allerletzte Folge, wo ich mir vor Spannung fast in die Hosen gemacht habe.

Kurz gesagt: Toll gemachte Serie rund um das Thema al-Qaida, Amerika, Patriotismus, Terrorismus, CIA und einer gestörten, unkonventionellen Agentin.

Hannibal, Staffel 1: ✯✯✯✯✯✯
Genre: Psychothriller/Krimi/Drama.

Will Graham ist ein FBI-Agent, der eine besondere Gabe hat: durch seine ausgeprägte Empathie kann er sich besonders gut in die Gedanken der Mörder hineinversetzen, weshalb er für das FBI und mit dem Auftreten neuer Mordfälle unentbehrlich ist. Leider hat das einen entscheidenden Nachteil – er ist sehr labil, weshalb ihn jemand dauerhaft betreuen soll, um alles zu verarbeiten: der prominente und landesweit beste Psychiater, Dr. Hannibal Lecter.

Ich liebe Hannibal, und das nicht nur, weil mich Psycho-Serien und mysteriöse Todesfälle magisch anziehen. Hannibal ist ein Geflecht aus spannenden Mordfällen (die teilweise echt ekelhaft sind, wer sich das ausdenkt, hat echt ein krankes Hirn), spannenden Charakteren, die in der Serie super miteinander verwoben sind und einer tollen, düsteren Kulisse. Und diese Besetzung! Ich meine, Mads Mikkelsen ist die Rolle des Hannibals einfach wie auf den Leib geschnitten – wie bitte kann man so subtil böse sein? An die Rolle des FBI-Agenten Will Graham muss man sich etwas gewöhnen, weil er wirklich ein kleiner Freak ist, aber gerade die Kombination aus seinem Charakter, den des Hannibals und guter letzte Jack Crawford, dem Kopf der FBI-Ermittlungen, ist das, was die ganze Serie so brillant und scheiße spannend macht.

Kurz gesagt: Düstere Mordfälle, überall Psychos und eine fesselnde Story.

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Der Februar war definitiv ein Weggeh-Monat, deswegen konnte ich sehen, wie das Geld regelrecht von meinem Konto wegschmolz. Yeah!
Übertrieben habe ich es ausnahmsweise nur ein Mal, als ich mit Pisa P. dachte: “Zwei Flaschen Wein sind nicht genug. Let’s get more alcohol!” (Was in Baden-Württemberg ja nur möglich ist, wenn man nach zehn irgendwohin geht, weil die Tankestelle danach nix mehr rausrückt.) Deswegen sind wir zur nächstbesten Location, die immerhin mal eine Tankstelle war, der Schankstelle. Dort tranken wir noch Bier, Wein und einen Tequila zum Abschluss. Dann litt ich den ganzen nächsten Sonntag.

Gebloggt habe ich sensationell wenig. Das lag zum einen daran, dass ich zwar viel zu sagen hatte, zeitlich aber einfach nicht dazu kam. Was ich aber unbedingt loswerden musste, war mein Beitrag zum Thema “Tun oder Nichtstun” – oder warum so viele Menschen anderen immer reinquatschen müssen, wenn sie sich verändern.
Zum anderen lag es daran, dass unser kleiner Baby-Mops bei uns einzog und uns ganz schön auf Trab hielt. Und ja, so ein Welpe schläft ja schon ganz schön viel, aber wenn er mal wach ist, hat er echt so Phasen, wo man so denkt: yo, Zwangsjacke, das wäre mal was. (Was wir mehr oder weniger ja hinbekommen haben. Er trägt draußen jetzt Jäckchen. Zu den Menschen wollte ich zwar nie gehören, aber ehrlich: Schon mal einen frierenden, zitternden Welpen gesehen? Nee? Da macht man keine Witze, das bricht einem das Herz!)

Gesehen habe wir auch einiges:

  • LOST (S05 komplett mit 17 Folgen)
  • LOST (S06 komplett mit 18 Folgen)
  • Homeland (S01 komplett mit 12 Folgen)
  • House of Cards (S01 komplett mit 13 Folgen)
  • Hannibal (S01 E01-06)
  • The Newsroom (S01 E06)

Das Ende von LOST war bescheiden, dafür haben wir den Monat quasi nur ausgesprochen gute Serien konsumiert, Rezensionen folgen zeitnah.

Gesportelt habe ich den Monat kaum. 16 Kilometer bin ich gelaufen. Der Hammer. Der Halbamarthon wird bestimmte easy peasy. -.-

Januar
2013

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Vor ein paar Jahren lebte ich nach einem ganz einfachen Schema. Dinge passierten, und das war eben so. Und ich meine nicht diese persönlichen Dinge, sondern Dinge, die uns alle angehen, die aber nicht an alle herankommen, weil wir das nicht immer zulassen.

Wäre ich heute wesentlich jünger, wäre mir die NSA-Affäre egal, wahrscheinlich wüsste ich nicht mal, was die NSA ist. Dafür wüsste ich zwar von Massentierhaltungen, aber ich würde mir wahrscheinlich sagen: nee, Fleisch schmeckt mir viel zu gut. Ich würde nur wählen gehen, weil es gerade in meinen Tagesplan passt, oder weil eh irgendwer hingeht und ich denjenigen begleite. Wahrscheinlich würde es mich auch nicht stören, dass andere um mich mit Stammtischparolen schwängen, vielleicht würde ich noch darüber lachen, über die, die in der Politik wären aber doch eh keinen Plan hätten.

Klar, habe ich mich damals einfach nicht für gewisse Dinge interessiert. Politik fand ich langweilig und kompliziert und meine Welt funktionierte auch, obwohl Menschen in der dritten Welt hungerten oder irgendwo Krieg herrschte. Ich schätze, meine Einstellung rührte zum einen Teil auf Basis meines Desinteresses – gemischt mit etwas Ignoranz.
Zum anderen und größeren Teil daher, dass das eben Dinge sind, die meine Laune verschlechterten und dementsprechend ausgeblendet wurden – weil sich damit auseinanderzusetzen die Folge hatte, dass mich das belastete: hallo Weltschmerz. Hallo, ich bin Jenny, und ja, ich bin ein empathischer Mensch, und meine Gefühle werden sehr stark von meiner Umwelt beeinflusst. (Hallo, Jenny!) Das lässt sich schwer steuern, weil man diese Eigenschaft nicht einfach deaktivieren kann. Das klingt vielleicht alles ein bisschen pathetisch, ist aber so ziemlich treffend beschrieben.
Dementsprechend waren nicht nur die Themen ansich schwer verdaulich. Auch die Tatsache, dass ich – natürlich – nicht nur Zuspruch bekam, für Dinge, die ich tat und andere sich über meine “weltverbessernden Ziele” in negativer Weise äußerten (auf welche Art auch immer), machte es nicht einfacher. Man – oder eben ich – nimmt sich ja vieles zu Herzen.

Und man muss sagen, viele Leute verstehen es in dieser Hinsicht sehr gut, etwas schlecht zu reden, das passiert überwiegend völlig automatisch. Dabei geht es nicht mal um Elementares, sondern beginnt schon mit den kleinen Dingen des Lebens. Ziele, die man sich selber gesteckt hat. Dabei ist es ja mal völlig egal, um was es geht: sich gesünder zu ernähren, für Organisationen zu spenden, mehr Bio zu kaufen, kein Fleisch zu essen, lieber Stofftaschen als Plastikbeutel zu benutzen oder einfach von WhatsApp zu Threema zu wechseln.
Und ja! Auch wenn Menschen lediglich auf Plastiktüten verzichten, ist das für viele ein Grund, das irgendwie zu kritisieren. Schließlich geht’s nicht nur um Plastiktüten, sondern um die Symbolik des Tuns.

Eine solche, ich sag mal, Veränderung oder teilweise auch Weiterentwicklung (je nachdem, wie man es sehen will) der anderen, kann man für sich deshalb natürlich negativ auslegen. Erstens, weil man sich damit auseinandersetzen muss, vielleicht erkennt, dass es so gut ist, aber keine Lust hat, sich umzustellen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Zweitens, weil man sich möglicherweise fühlt, als würden sich andere höher stellen, indem sie sich plötzlich Gedanken machen und auch noch etwas an sich ändern. Und ich bleibe zurück. Dass darin vermutlich gar keine Bewertung steckt – diese eher reininterpretiert wird – sieht man eventuell gar nicht.

Manche wissen folglich gar nicht, wie sie damit umgehen sollen. Und anstatt dazu einfach gar nichts zu sagen, wenn man dazu nichts Produktives beitragen kann, macht man halt das, was am einfachsten ist: man fühlt sich angegriffen und schießt zurück.

Die harmloseste Form davon ist vermutlich, seine Witzchen zu machen. Meistens will man damit irgendwie kenntlich machen, dass man die Sachlage zwar versteht, aber parallel subtil vermitteln, dass man doch einen anderen Standpunkt hat.
Dann gibt’s die, die versuchen, ein bisschen korrekter und vermittelnd zu wirken. Eigentlich wollen sie Dir direkt sagen, dass sie das alles scheiße finden, tun es aber lediglich durch die Blume. Das sind dann die, deren Sätze mit “Ich kann das verstehen” beginnen und dann mit einem “aber” fortführen. Sie verstehen somit im Grunde nichts, auch wenn sie tun, als wären sie unglaublich verständnisvoll.
Letztlich gibt es noch die, die ganz offensichtlich alles runter machen, und einem erklären, dass das ja überhaupt nicht konsequent sei, was man da tue. Wenn ich auf Plastikbeutel verzichte, wäre es nicht logisch, auch auf meine Zahnbürste zu verzichten? Ist doch auch Plastik. So what, wenn nicht konsequent, wofür dann das Ganze? – Als wären kleine Schritte nicht schon konsequenter, als einfach mal konsequent gar nichts zu tun.

Sowieso, nichts tun – das ist das Stichwort – das können viele nämlich gut. Und darin ist im Grunde auch erst mal nichts Schlechtes, wenn man einfach lebt, wie man leben will, ohne was ändern zu wollen.
Aber sich über Gott, die Welt und andere auszulassen, während man auf einer Stelle das Gras tottrampelt, weil man es nicht schafft einen Schritt nach vorne zu gehen und selbst etwas zu tun – und dabei die anderen in einem Atemzug als Gutmenschen betiteln, finde ich grotesk.

Ich frage mich oft, wieso man für alles, was man macht, Argumente finden soll. Sollte man nicht eher Argumente dafür finden, warum man etwas nicht tut?

Klar, wer nicht will oder festgefahren ist, der ist halt so. Ich könnte genau so gut eine halbe Stunde die Parkuhr volllabern, das hätte den gleichen Effekt.
Ich habe für mich deshalb beschlossen, hinzusehen und einzusehen, dass die Welt leider nicht so toll ist, wie sie es manchmal vorgibt zu sein. Und damit meine ich nicht unbedingt, Demos zu besuchen, Diskussionen zu starten oder Überzeugungsarbeit zu leisten, sondern nach meinen eigenen Maßstäben zu leben. Und nein, man muss nicht ständig die Missstände dieser Welt in den Fokus schieben, sondern einfach nur bewusster leben. Ob das andere nun gut oder schlecht finden, ist mir inzwischen nicht mehr so wichtig, ich muss keinen überzeugen, außer, er will überzeugt werden.

Fakt ist jedenfalls, dass die Welt sich nicht durch die Menschen zum Besseren verändern lässt, die in keiner noch so kleinen Aktion einen Fortschritt sehen. Und ja, Missionare – oder Leute, die mir sagen, was ich tun soll – mag ich auch nicht besonders. Allerdings muss man ihnen zu Gute halten, dass sich vieles in dieser Welt durch ihre Hartnäckigkeit positiver und fortschrittlicher gestalten ließ, auch wenn ich kein sonderlicher Fan von der Schwarz-Weiß-Denke bin.

Dinge sind nämlich nicht immer komplett superdupi oder absoluter Mist. Jemand, der das erkennt und die Welt in verschiedene Grautöne abstufen kann, lebt viel bewusster – und hat dadurch schon viel mehr gewonnen.

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Es gibt immer ein hot topic, das das Netz bewegt.

  • Es gibt Menschen, die das dann gut finden.
  • Es gibt Menschen, die die Menschen doof finden, die das dann gut finden.
  • Und zu guter letzt gibt es die Menschen, die die Menschen, die das, was andere dann gut finden, doof finden, auch doof finden.

tl;dr: Haters gonna hate haters who hate others.

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Mops

Letztes Wochenende waren wir bei einer Züchterin, um uns unseren zukünftigen Mops anzuschauen. Nach der Deko, die sich ganz subtil auf den Fotos hinter dem Hund versteckt, mutmaßte ich hart, dass es sich um Russen handelt. Die Vornamen taten ihr übriges und auch sonst habe ich ganz tief in der Klischee-Schublade gewühlt. :roll:

Also fuhren wir letzten Samstag gen Maulbronn (endlich weiß ich auch mal, wo das ist), um Familie S. zu besuchen. Wir klingelten, die Tochter öffnete uns die Türe, die Mutter stand direkt neben ihr und ich stellte mich natürlich höflich vor.
Dass der Freund ihr nicht direkt zur Begrüßung ein Highfive gegeben und einen Schnaps bekommen hat, wundert mich bis heute noch – meine Vorahnung bestätigte sich: ab dem Zeitpunkt des Betretens des Hauses wurde nur noch Russisch gesprochen und ein Band der Brüderschaft breitete sich zwischen allen Anwesenden aus (das wollte ich schon immer mal schreiben).

(Habe ich mal von meinen kläglichen Versuch erzählt, mit den Eltern des Freundes Russisch zu sprechen? Ist egal – es war jedenfalls ziemlich deprimierend, und seitdem beschränke ich es auch nur noch auf das Wichtigste: “Danke”, “Bitte” und Trinksprüche. Na ja, und dazwischen tu ich so, als ob ich es könnte, daran Schuld ist aber meist nur der Alkohol.)

Die Welpen waren wirklich zutiefst niedlich (was sage ich: NIEDLICH!) und ich musste mich zusammenreißen, nicht vor Entzückung zu sterben. Es waren zwei Mädchen und ein Junge, und eines der Mädchen war schwarz. Wir tendierten eh schon zu einem schwarzen Mops, und nachdem ich meine schwarze Strumpfhose nach der freudigen Begegnung mit Mama Mops begutachtete, empfand ich diese Entscheidung zudem noch als äußerst praktisch.

Die Mutter erzählte derweil immer wieder ein bisschen was über ihre Hunde, die Tochter übersetzte für mich das Wichtigste und sonst verstand ich nicht so viel vom russischen Smalltalk, schließlich musste ich die ganze Zeit diese unfassbaren süßen Welpen beobachten und konnte mich gar nicht auf was anderes konzentrieren. (Hier stand noch ein furchtbar langer Absatz über die süßen Dinge, die Welpen so machen, den ich aus Image-Gründen löschte.)
Irgendwie entschieden sie sich auch spontan für uns (… das Band der Brüderschaft und so), und nachdem wir alle Hardfacts geklärt hatten, versuchte mich der Freund gewaltsam aus dem Welpen-Zimmer zu zerren, um endlich weiterfahren zu können.

Leider vergeht die Zeit bis zu unserem nächsten Mops-Date viel zu langsam, und dass dann alles geklappt hat, glaube ich auch erst, wenn ich den Mops im Arm halte und mit ihm nach Hause fahre.
Gut daran ist, dass man kann alles in Ruhe vorbereiten kann – und einen Namen brauchen wir auch noch., auch wenn wir schon zu einem tendieren. Wer also vielleicht noch tolle Ideen abseits von Bluebell oder Amberlee für eine schwarze Mops-Hündin hat: immer her damit.

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