Bei stiller habe ich einen Blogeintrag über die zehn besten deutschen Lyrics entdeckt – eine Idee, die ich schön fand, weil man deutschen Texten oft zu wenig Beachtung schenkt.
Es war ein wenig schwierig, aus meiner “breiten” Auswahl an deutscher Musik das Passende zu finden, aber letztendlich habe ich es doch geschafft. Es folgen also zehn Textausschnitte aus Liedern, die mich beeindrucken, berühren oder die mir viel bedeuten, weil sie zu bestimmten Zeiten in meinem Leben eine Rolle spielten.

Niemand, siehst du’s, ich wachse nicht mehr
Meine Hände sind Füße, Niemand, schau her
Bald bin ich nichts und das was dann bleibt
Ist deine Wenigkeit

(Sophie Hunger – Walzer für Niemand)

Halt mich fest
Mit Gefühl
Es ist so schön, wenn du lachst

(MIA. – Tanz der Moleküle)

Ich brauche tiefste schwarze Nacht hinter meinen Lidern
Ein Gift gegen den Schmerz in meinen Gliedern
Ich brauch einen Schuss Feuer in meine Venen
Ich brauch eine Bahre, Blaulicht und Sirenen

(Wir sind Helden – Bring mich nach Hause)

Man kann die Welt nicht verstehen
Weil man sich selbst nicht begreift

(Clueso – Herz Boom Boom)

Und dann verlass’ ich deine Stadt
Ich seh’ zurück und fühl mich schwer
Weil gerade angefangen hat
Was du nicht willst
Und ich zu sehr
Ich bin der Regen
Und du bist das Meer

(Juli – Regen und Meer)

Ein Wort zuviel im Zorn gesagt
Schritt zu weit nach vorn gewagt
Schon ist es vorbei
Was auch immer jetzt getan
Was ich gesagt hab’ ist gesagt
Und was wie ewig schien ist schon Vergangenheit

(Wolfsheim – Kein Zurück)

Und der Mensch heißt Mensch
Weil er irrt und weil er kämpft
Und weil er hofft und liebt
Weil er mitfühlt und vergibt
Und weil er lacht
Und weil er lebt
Du fehlst

(Herbert Grönemeyer – Mensch)

Wie’s dir gefällt, irgendwas geht immer
Wie tief du noch fällst, du hast keinen Schimmer
Deine Angst nagelt dich an dein Bett in dein’m Zimmer
Und du hast was dagegen, das macht es noch schlimmer
Du erhöhst deine Dosis unmerklich
Und denkst dir immer wieder: „Irgendwann werd ich …“
Mal ehrlich, wer merkt nicht, wie tief er im Dreck steht
Doch wenn’s weh tut, weißt du wie’s weg geht

(Die Fantastischen Vier – Flüchtig)

Ich hab kein’ Bock mehr, die blöden Medikamente zu nehm’
Seh zu den alten Photos rüber, die am Fensterbrett stehen
Ich mit Inge frischverliebt am Markusplatz
Die Einschulung von David, das Bild von ihm zum Vatertag
Die Firmenurkunde, die ich zur Rente bekam
Und ich vorm Weihnachtsbaum mit meinem Enkel im Arm
Vor meinen Augen zieht nochmal mein ganzes Leben vorbei
Ich wollte so vieles machen und hatte so wenig Zeit
David lächelt mich an, Inge hält meine Hand
Und ich will nur noch schlafen
Man bin ich müde, verdammt

(Blumentopf – Manfred Mustermann)

Wenn Finsternis den klaren Blick verhüllt
Kein Sinn mehr eine Sehnsucht stillt
Ruf’ ich mir herbei
Den einen Traum
Der sich niemals erfüllt

(Joachim Witt – Die Flut)

flattr this!


Oah, Blumentopf am Morgen zu lesen ist schon eher deprimierend. Aber auch so gut.

  

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Du lachst, du weinst, du strahlst, du scheinst.
Du kratzt, du beißt, Fastenzeit vorbei.
Und wie du brennst, wie du fällst.

(Casper – So perfekt)
Da finde ich das Arrangement (heisere gepresste Stimme, der Beat) so gelungen.

Ich halt mich fest an deinem Beckenrand
Weil ich allein nicht Schwimmen kann

(Culcha Candela – Move It)
Ein schönes Wortspiel.

In meinem Blut werfen die Endorphine Blasen
(Wir sind Helden – Nur ein Wort)
Noch ein Wortspiel.

Ich brauch’ Dich nicht, ich brauch’ Dich sehr
(Juli – Süchtig)

Mir tun die Haare weh
(Juli – Immer wenn es dunkel wird )
Interessante Vorstellung.

Du brauchst so viel Liebe
Mehr als du verdienst

(Christina Stürmer – Liebt sie Dich so wie ich)

Halte durch
Du bist ganz nah
Und dann vergisst du das was vorher war
Und nichts hält dich auf
Nichts bringt dich zum Steh’n
Denn du bist hier, um bis ans Ende zu geh’n

(Silbermond – Das Ende vom Kreis)
Jaja, Selbstmotivation für Dummies. ;-)

Guten Morgen Berlin, du kannst so häßlich sein, so dreckig und grau
Du kannst so schön schrecklich sein deine Nächte fressen mich auf

(Peter Fox – Schwarz Zu Blau)
Das morgens im Sommer und ein kühler Luftzug … man glaubt fast durchgefeiert zu haben – obwohl man doch brav um 22 Uhr im Bettchen war.

komm erzähl mir was, plauder auf mich ein
ich will mich an dir satthörn, immer mit dir sein

(Herbert Grönemeyer – Halt mich)
Den ganzen Text hatte ich mal filigran abgeschrieben auf ein Herz auf einen A0-Plakat. Schön naiv gewesen, damals 1988.

Und was mir bleibt, ist dein Gesicht
Und das Gefühl, geteilt zu sein

(Rosenstolz – Der Moment)

  

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stiller: Oah, Blumentopf am Morgen zu lesen ist schon eher deprimierend. Aber auch so gut.

Absolut.

Marc: Guten Morgen Berlin, du kannst so häßlich sein, so dreckig und grau
Du kannst so schön schrecklich sein deine Nächte fressen mich auf

Das fand ich auch immer sehr gut.
Und überhaupt, einige schöne Textpassagen.

  

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