Irgendwann vor einiger Zeit erzählte mir eine Freundin von einer Beziehung einer Freundin, die vielmehr eine On-Off-Beziehung war, und beendete ihn mit dem Satz: “Was bin ich froh, dass ich nun schon so lange meine Beziehung habe, und diesen ganzen Stress nicht mehr mitmachen muss.”

Ich hatte auch eine sehr schwere Zeit, als alles noch so unklar war, und meine Gefühle, nun ja, irgendwie nie wirklich längere Zeit konstant in einer Stimmung verblieben. Und das war ist nicht mal so lange her, auch wenn es mir so vorkommt. Das war ziemlich anstrengend für alle Beteiligten, am meisten natürlich für mich. Man könnte es schon als “Stress” betiteln.
Andererseits: Ich war viel unterwegs, habe viele Menschen kennen gelernt, Beziehungen geknüpft und Erfahrungen gesammelt. Ich hatte in den beiden Jahren Entscheidungen getroffen, Dinge getan, Menschen verletzt oder glücklich gemacht. Ich habe Menschen aus meinem Leben gestrichen, und auch ich wurde aus manchem Leben verbannt. Es gibt vieles, das ich getan habe, das ich bis heute nicht gut finde, das ich vielleicht zu jener Zeit auch bereut; und gleichzeitig auch so viele schöne Momente, die ich genossen habe, aber ich würde nichts an dem, was passiert ist, ändern wollen. Und am Ende habe ich dann das gefunden, was ich suchte.
Ist es dann überhaupt richtig, das Ganze als negativ zu betiteln? Es ist doch eigentlich auch eine schöne Zeit – das Kennenlernen, das etwas miteinander unternehmen, vielleicht gar nicht zu wissen, wie Ernst es ist, das Prickeln? War das nicht auch irgendwie das, was es spannend gemacht hat? Wird in Filmen nicht meist deshalb die beginnende Liebesgeschichte zweier Menschen erzählt, und selten das, was danach kommt?

Und warum denken so viele immer, dass man immer eine Phase überwinden muss, damit eine bessere kommt? Ist das so? Das klingt jetzt negativ, aber für mich ist das Leben ein ständiger Lernprozess, und das bedeutet Arbeit. Beziehungen sind Arbeit, nicht nur die zum Partner, zu allen Menschen, die uns nahe sind, wir arbeiten immerzu daran. Das klingt jetzt negativ, ist es aber nicht, es passiert ja ganz automatisch, wir können uns dem nicht entziehen. Unser Alltag verändert sich ja schließlich weiter, wir entwickeln uns weiter, unsere Beziehung zu all unseren nächsten Menschen wird nicht die gleiche bleiben und die Probleme werden andere sein. Und ohne Yin kein Yang.

Damals wünschte ich mir, dass alles nicht so durcheinander wäre, irgendwie eindeutiger, geradliniger, aber rückblickend betrachtet war das alles gut so, wie es war und verlaufen ist. Das ganze Drama, das Hin und Her, die Höhen und Tiefen. Als ich zu der Zeit immer wieder dazu bloggte, dachte ich mir, irgendwann wirst Du das lesen, und darüber lachen. Wenn ich heute die Einträge lese, spüre ich genau das, was ich damals verspürt habe: Wut, Angst, Verwirrung und einen Funken Hoffnung. Ich lache nicht darüber – aber lächeln muss ich trotzdem.

flattr this!


Das ist normal, denke ich. Ich glaube, das macht jeder durch, nur in unterschiedlicher Intensität.
Aber wenn sich das alles stabilisiert, dann ist das einfach gut. :)

  

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Das ist Leben. Aufwaerts gehts trotzdem immer.

  

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Ich finde der Text ist jetzt nicht negativ. Vielleicht ein bisschen angehaucht, aber solang man daraus positive Dinge ziehen kann oder dadrin sehen kann, ist das normal denk ich. Es sollte nicht anders rum sein oder gar frei von positiven Gedanken.

  

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